14. Dezember 2017
Presse

Ausgefallenes Hobby: Jörn Bindig sammelt alte Panzerfahrzeuge

Jörn BindigHeidenau. Der Gerüstbauer Jörn Bindig hat ein ausgefallenes Hobby: Er fährt mit echten Panzern durch die Gegend. Der Inhaber einer Gerüstbaufirma hat auf dem 55 Hektar großen Betriebsgelände in der Heidenauer Naumannstraße acht fahrbereite, meist russische Panzer stehen. Zu den Raritäten zählt sicherlich der fahrbereite T-34-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. „Davon gibt es bundesweit nur noch zwei Stück“, sagt Bindig.

In der Halle zu sehen sind unter anderem ein Sturmgeschütz SU100 aus dem Zweiten Weltkrieg, zwei russische Gleiskettenfähren und ein russischer BMP-Schützenpanzer aus den 60ern. Der Deutsche Halbketten-Schützenpanzerwagen aus dem Zweiten Weltkrieg ist in der Sammlung eine Ausnahme.

Gelegenheit zum Fahren hat Bindig vor der Tür, zum Firmengebiet gehört ein ein Hektar großes Gelände mit Schlamm- und Sandboden. Dort lässt er sich dann von der historischen Technik faszinieren.

(http://www.sz-online.de vom 25.11.2008)

Heidenauer Ingenieur sammelt Panzer

Jörn Bindig Panzer-ArenaDer Heidenauer Gerüstbauer Jörn Bindig hat ein ganz besonderes Hobby: Er fährt mit echten Panzern durch die Gegend. Der Inhaber einer Gerüstbaufirma hat auf dem 55Hektar großen Betriebsgelände in der Heidenauer Naumannstraße acht fahrbereite, zumeist russische Panzer stehen. Zu den absoluten Raritäten zählt ganz sicherlich der T-34 -Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. „Davon gibt es bundesweit nur noch zwei Stück,“ berichtet Bindig nicht ohne Stolz.

Es sei schon immer sein Traum gewesen, solche schweren Panzer zu fahren, sagt der Bauingenieur, und ein Blick in die Gebäudehalle verrät die Bilanz seiner Aktivitäten. Zu sehen sind unter anderem ein Sturmgeschütz SU100, (Zweiter Weltkrieg), zwei russische Brückenlegepanzer aus den 60er-Jahren oder ein russischer BMP-Schützenpanzer, ebenfalls aus den 60ern. Da ist der deutsche Halbketten-Schützenpanzerwagen aus dem Zweiten Weltkrieg in Bindigs Sammlung eine wirkliche Ausnahme. Den ersten seiner Panzer, den legendären T-34, entdeckte der verheiratete Familienvater Ende der 90er-Jahre kurz vor Prag. „Der stand vor einer Tankstelle auf einem Betonsockel,“ erinnerte sich Bindig. Kurz entschlossen kaufte der Gerüstbauer den Tschechen den Panzer ab.

Panzer T34 T 34 kam von den Tschechen

Und weil das so gut klappte, wurde das russische Sturmgeschütz gleich mit gekauft. Er bekam die Panzer von einem ehemaligen Soldaten der tschechischen Armee. Über den Kaufpreis will Bindig nicht sprechen, „aber einen Mittelklassewagen bekommt man schon dafür“. Nach der Erteilung der tschechischen Ausfuhrgenehmigung wurden die Panzer auf zwei Tiefladern auf der E 55 über den Grenzübergang Zinnwald nach Deutschland gebracht; eingereiht zwischen wartenden Lastwagen. Auch auf deutscher Seite gab’s keine Hürden. Er habe zunächst die Idee gehabt, eine Panzerfahrschule im brandenburgischen Jüterbog zu eröffnen. Dort sollten Interessenten gegen Bezahlung das Panzerfahren lernen, erläutert Bindig die Geschäftsidee. Als das nicht klappte, kamen die Panzer nach Heidenau, berichtete der Firmeninhaber, der auch ein passionierter Jäger ist.

Seine Frau respektiere sein Hobby, formuliert es Bindig diplomatisch. Seine elf Jahre alte Tochter sei allerdings schon mitgefahren. Sie habe das mit einer Achterbahnfahrt verglichen.

Gelegenheit zum Üben hat er gleich vor der Tür, denn auf dem Heidenauer Firmengebiet gibt es auch ein ein Hektar großes Gelände mit Schlamm- und Sandboden.

Ersatzteile zu finden, sei kein Problem. Die gebe es in Russland oder Polen, selbst für den T-34, berichtet Bindig. Russische Technik sei einfach. Viele Bauteile wie eine Kupplungsscheibe für den T-34 finde man auch noch in einer ganz normalen russischen Planierraupe. Panzer anderer Länder zu sammeln, kommt ihm nicht in den Sinn. „Ich finde die russische Technik beherrschbar.“

Russische Technik begeistert

Überhaupt ist der Gerüstbauer, der, wie er berichtet, Obergefreiter in der NVA war, genau von dieser historischen Technik fasziniert. Und wen wundert es da, dass er auch noch russische Kult-Geländewagen vom Typ UAZ fährt. Die sind als Oldtimer zugelassen. Jeden Gedanken an die Militariabranche weist Binding aber von sich.

Seine Sammlung hat ihn im übrigen auch zu einem gefragten Partner bei Filmgesellschaften gemacht. Die leihen sich für historische Streifen schon mal den einen oder anderen Panzer bei ihm aus.

(http://www.sz-online.de vom 06.11.2008)